Gesundheit im Gespräch

Seelische Gesundheit im Alter
Herausforderung Demenz – Fachleute wünschen sich mehr Vernetzung untereinander
Frau Mager-Tschira - Leitung Gesundheitsvorsorge

Frau Mager-Tschira – Leitung Gesundheitsvorsorge

Im Rahmen seines Jahresschwerpunkts „Gesundheit im Alter“ diskutierte der Gesundheitsbeirat bei der diesjährigen Veranstaltung „Gesundheit im Gespräch“ am 26.04.2018 das Thema „Seelische Gesundheit – Herausforderung Demenz“.

“Demenz ist auch in einer relativ jungen Stadt wie München ein bedeutendes Thema“, so Stephanie Jacobs, Vorsitzende des Gesundheitsbeirats und Referentin für Gesundheit und Umwelt. „Es ist eigentlich erfreulich, dass wir alle immer älter werden, und das in besserer Gesundheit als früher. Das individuelle Risiko für Demenz ist sogar gesunken. Aber auch in München wird die Anzahl der Menschen mit Demenz aufgrund des demographischen Wandels dennoch weiter deutlich steigen.“ Das Sozialreferat rechnet bis 2030 mit einem Anstieg von über einem Viertel (26%). Das heißt, 2030 ist mit knapp 30.000 Betroffenen zu rechnen.

Die Grundlage für die Diskussion legte anschließend PD Dr. Jens Benninghoff, Leiter des Zentrums für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen im Isar-Amper-Klinikum München Ost, der in seinem Vortrag über Epidemiologie, Ätiologie, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Erkrankungen hinter dem Sammelbegriff „Demenz“ informierte

Gutes Hilfenetzwerk in München
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Benninghoff - Chefarzt Zentrum für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen (ZfAE) kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Benninghoff – Chefarzt Zentrum für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen (ZfAE) kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost

Wie die darauffolgende Diskussion zeigte, gibt es in München ein gut ausgebautes Netz an Hilfen für an Demenz Erkrankte und deren Angehörige. Da aber verschiedene Bevölkerungsgruppen weniger im Hilfesystem auftauchen als andere, wurde in punkto Niedrigschwelligkeit bzw. interkultureller Öffnung des Hilfesystems Verbesserungsbedarf gesehen. Eine weitere vulnerable Gruppe sind die vielen allein lebenden Münchnerinnen und Münchner, die nicht in ein soziales Netz eingebunden und bei Pflegebedürftigkeit häufig unterversorgt sind.

Der Gesundheitsbeirat kommt dem Wunsch der Fachleute nach mehr Vernetzungsplattform und Informationsaustausch entgegen. Grundsätzlich, darüber waren sich die Fachleute einig, braucht es aber angesichts der demografischen Entwicklung eine veränderte gesamtgesellschaftliche Haltung dem Alter und den Alten gegenüber. Denn alt werden will jeder, alt sein keiner. Wünschenswert wäre es, wenn die verschiedenen Altersgruppen im Sinne der Inklusion, wie z. B. bei Modellen des generationenübergreifenden Wohnens, mehr Berührungspunkte miteinander hätten, damit auch die Erfahrungen und Fähigkeiten, die die ältere Generation mitbringt, wieder mehr genutzt und geschätzt würden.

 

 

 

 

 

 

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